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Historischer Grenzstein mit der Jahreszahl 1788, in Hundsdorf

 
Bei den jüngsten Arbeiten an unserem "Rumpelstielzchen", unserem Bauwagen aus den 50er-Jahren, wurden wir auf einen alten Grenzstein aufmerksam, der sich auf der gegenüberliegenden Seite des Grabens, noch auf unserem Grundstück befindet.
Somit kann unser denkmalgeschütztes Areal nun sogar ein Bodendenkmal aufweisen.
Wenn auch nur ein kleines.  

Der Stein trägt die Inschrift NW NR 35 1788 auf der anderen Seite ließ sich ein CT erkennen. Lustiger Weise gelangten wir zur Aufschlüsselung der Inschrift über unsere eigene Internetseite. So hatten wir bei unserem Ausflug zu den Pfarrer-Kraus-Anlagen 
in Koblenz-Arenberg, auch dem dortigen Lapidarium, einer Sammlung von historischen Grenzsteinen, einen Besuch abgestattet und dieses auch am Ende unseres Berichts erwähnt. Dort befindet sich ein Pendant zu unserem Stein. 

Denkmalschutz in Montabaur - Kleiner Markt 13

Demnach steht NW für das Fürstentum Nassau-Weilburg und das CT auf der anderen Seite für das Kurfürstentum (Chur)-Trier. Die Jahreszahl 1788 bezieht sich wohl auf das Jahr des Regierungsantritts von Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg

Der Arenberger Stein trägt die Nr. 24. Somit müssten sich folglich 10 weitere Grenzsteine zwischen Hundsdorf und dem Fundort im Arenberger Wald befinden, welche die damalige Grenzlinie der beiden Fürstentümer bezeichnen. 

Viele solcher Grenzsteine werden, durch Waldarbeiten oder Pflugscharen beschädigt oder verschliffen, im Bereich ihres ursprünglichen Standorts gefunden.
Unser Stein scheint sich jedoch am originalen Standort zu befinden, orientierten sich die alten Grenzbeschreibungen doch an Bachläufen, Gräben, Bergrücken und Höhenwegen.
Im übrigen verläuft hier auch heute noch die Gemarkungsgrenze zwischen Hundsdorf und Ransbach-Baumbach. In Anbetracht dessen und dass der auf den Graben folgende Hügel den Namen "Galgenberg" trägt, wurde an diesem Platz wohl sehr deutlich gezeigt, dass man hier das Hoheitsgebiet und somit auch den Gerichtsbezirk wechselt. 

In Arenberg befand sich ebenfalls ein Richtplatz. "Gintgens Galgen" auf dem Kiesel. Ein Artikel von Frau Dr. Theresia Zimmer liefert einen kleinen Einblick in die Grenz- und Rechtsstreitigkeiten, zwischen den Helfensteinern und Kur-Trier, im 16. Jahrhundert. 

 
Weitere Kulturdenkmäler und Ausflugsziele
 finden Sie in unseren Freizeittipps.  

 

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